BDI initiativ: Internet der Energie

BDI initiativ: Internet der Energie

Der Arbeitskreis "BDI initiativ Internet der Energie" hat es sich zum Ziel gesetzt, in enger Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft abgestimmte Maßnahmen unter dem Titel Internet der Energie vorzustellen.

Diese Maßnahmen sollen den Weg zum zukünftigen Energiesystem leiten. Die in diesem Arbeitskreis aktiven Partner sind: ABB AG, B.A.U.M. Consult GmbH, Bundesverband der Deutschen Industrie eV, Clifford Chance LLP, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Figawa, Fraunhofer IESE, Fraunhofer IITB, FZI – Forschungszentrum Informatik, IBM Deutschland GmbH, Institut für Energiedienstleistungen GmbH, Power Plus Communications AG, Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG, Universität Karlsruhe (TH), RheinEnergie AG, Robert Bosch GmbH, SAP AG, Siemens AG.

Paradigmenwechsel in der Energiewirtschaft

Drei maßgebliche Einflussfaktoren wirken derzeit auf die Energiewirtschaft ein:

  1. Steigende Energiepreise aufgrund einer Verknappung fossiler Ressourcen.
  2. Erhöhte Anforderungen an die datentechnische Vernetzung des Energiesystems aufgrund eines veränderten regulatorischen Umfelds. Durch die Entkopplung von Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung entstehen neue Akteure, die entlang der Wertschöpfungskette über zu schaffende Schnittstellen miteinander kommunizieren und interagieren müssen.
  3. Eine stark steigende Zahl dezentral installierter Energieerzeugungskapazitäten, die eine flexiblere Lastflusssteuerung zur Sicherung der Netzqualität erfordern.

Unter dem Einfluss dieser Faktoren und im Hinblick auf lange aufgeschobene Investitionen in zukunftsfähige Energietechnologien besteht die historische Chance, den Übergang des derzeitigen Energiesystems zum Internet der Energie schnell und zielgerichtet voranzutreiben. Damit ist eine Struktur gemeint, in der durch die intelligente Koordination zwischen Erzeugung und Verbrauch eine höchstmögliche Effizienz bei der Nutzung knapper Energieressourcen erreicht werden kann. Der Informations- und Kommunikationstechnologie kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Durch bessere Vernetzung können Erzeuger, Verteiler und Verbraucher untereinander Informationen austauschen und ihre Prozesse aufeinander abstimmen und optimieren. So entwickelt sich das bisherige streng hierarchisch organisierte Energienetz mit passiven, informationsarmen Komponenten und einer überwiegenden Einweg-Kommunikation zu einem marktorientierten, dienstebasierten und stärker dezentral organisierten System, in dem interaktive Optimierungsmöglichkeiten und neue Energiedienstleistungen entstehen.

Viele der Bausteine des Internets der Energie sind heute bereits entwickelt und verfügbar. Doch sind diese Komponenten und Technologien kaum miteinander vernetzt, auch vertragliche Rahmen existieren nicht. Zentrale Forschungs- und Entwicklungsbereiche auf dem Weg zum Internet der Energie sind:

  1. Technologien zu Hausautomatisierung und zur dezentralen Energieerzeugung
  2. Intelligente Netzmanagementsysteme auf Übertragungsund Verteilnetzebene
  3. Flächendeckend installierte Smart Metering-Technologie
  4. IKT als Bindeglied zwischen dem Internet der Energie und der technischen Infrastruktur
  5. Anwendungen und Services, die die Koordination des Energienetzes auf der betriebswirtschaftlichen Ebene umsetzen

 

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